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Wenn beim MIG-Schweißen nach dem Abkühlen kleine Löcher in der Naht sichtbar sind, blickst du auf ein typisches Problem: Porosität. Das kann die Optik ruinieren. Die Festigkeit leidet. Oft bleibt nur aufwändige Nacharbeit oder sogar das Ausschneiden der Naht.
Typische Situationen sind einfache Reparaturaufgaben in der Werkstatt, Karosseriearbeiten zu Hause oder Serienarbeiten in einer kleinen Schlosserei. Du hast manchmal saubere Schweißperlen und manchmal plötzlich Poren. Manchmal ist der Draht frisch, das Gerät stimmt, und trotzdem tauchen Blasen auf. Andere Male sind Nähte unbrauchbar, obwohl du den Schweißablauf gewohnt bist.
In diesem Ratgeber zeige ich dir klare, praxisnahe Maßnahmen gegen Porosität. Du erfährst, wie du Schutzgas richtig prüfst und einstellst. Du lernst, wie gründliche Reinigung vor dem Schweißen Poren verhindert. Ich erkläre die Rolle von Draht, Drahtelektrode, Kontaktspitze und wie Einstellung von Spannung und Drahtvorschub das Ergebnis beeinflusst. Du bekommst Tipps zum Durchzug und zur Brennerführung. Dazu kommen Hinweise zu Umgebungsfaktoren wie Zugluft und Feuchtigkeit.
Am Ende sparst du Zeit und Material. Du vermeidest unnötige Nacharbeit und verbesserst die Nahtqualität. Die Hinweise sind für Einsteiger geeignet. Sie helfen dir, systematisch Ursachen zu finden und dauerhaft porenfreie Nähte zu bekommen.
Hauptanalyse: Ursachen und Gegenmaßnahmen bei Porosität
Porosität entsteht, wenn Gase während der Erstarrung eingeschlossen werden. Die Folge sind sichtbare Löcher in der Naht und oft verminderte Festigkeit. Meist liegen die Ursachen bei Verunreinigungen, falschem Schutzgas, ungeeigneten Einstellungen oder Problemen mit Draht und Verschleißteilen.
Im Folgenden findest du die häufigsten Ursachen geordnet nach Auftreten, dazu konkrete Präventivmaßnahmen und eine Einschätzung von Wirksamkeit und Aufwand. So kannst du schnell die wahrscheinlichste Fehlerquelle eingrenzen.
| Ursache |
Präventive Maßnahme |
Wirksamkeit |
Aufwand |
| Öl, Fett, Schmutz auf Materia |
Gründlich reinigen mit Entfetter/Aceton. Vor dem Schweißen entfetten und trockenwischen. |
Sehr hoch |
Niedrig |
| Rost, Farbe, Zink (Verzinkte Teile) |
Mechanisch entfernen, anschleifen. Bei Zink großflächig entfernen oder schutzgerecht belüften. |
Hoch |
Mittel bis hoch |
| Feuchtigkeit im Draht oder Material |
Draht trocken lagern oder im Ofen trocknen. Werkstücke trocken halten. Gasflasche nicht feucht lagern. |
Sehr hoch |
Mittel |
| Falsches Schutzgas oder Fehlstrom |
Geeignetes Gas wählen. Für Baustahl oft Argon+CO2 (z. B. 82/18 oder 90/10). Rein-CO2 kann mehr Spritzer/Poren erzeugen. Gasfluss 10–20 l/min prüfen. |
Hoch |
Niedrig bis mittel |
| Falsche Einstellungen (Spannung, Drahtvorschub, Geschwindigkeit) |
Spannung/Drahteleistung anpassen. Langsame Vorschubgeschwindigkeit oder zu hohe Spannung kann Poren fördern. Einstellwerte nach Draht/Material prüfen. |
Mittel bis hoch |
Mittel |
| Schlechter Draht (Qualität, oxidiert) |
Hochwertigen Draht wie ER70S-6 verwenden. Verschmutzten oder rostigen Rollendraht ersetzen. |
Hoch |
Niedrig |
| Verschleißteile (Kontaktspitze, Gasdüse, Liner) |
Kontaktspitze und Düse prüfen, Liner auf Verstopfung. Regelmäßig tauschen. |
Mittel |
Niedrig |
| Zugluft und Umgebung |
Schutzgasstrom und Position prüfen. Windschutz nutzen. In Hallen mit starkem Luftzug lokal abschirmen. |
Mittel |
Niedrig |
| Entgasung von Beschichtungen (z. B. Zink, Farbe) |
Beschichtungen entfernen oder langsamer Vorwärmen. Wenn nicht möglich, Nacharbeiten einplanen. |
Mittel |
Mittel bis hoch |
Praktische Priorisierung
Prüfe zuerst die offensichtlichen Punkte: Sauberkeit des Materials und Zustand des Drahtes. Dann kontrolliere Schutzgas und Gasfluss. Danach sieh dir Verschleißteile wie Kontaktspitze und Düse an. Als nächstes justierst du Spannung und Drahtvorschub. Abschließend beachte Umgebungseinflüsse wie Zugluft und Feuchtigkeit.
Diese Reihenfolge spart Zeit und Material. So findest du schnell die wahrscheinliche Ursache und reduzierst Porosität systematisch.
Schritt-für-Schritt: Porosität beim MIG-Schweißen vermeiden
Diese Anleitung führt dich systematisch durch Vorbereitung, Materialwahl, Einstellungen und Kontrolle. Ziel ist, Poren zuverlässig zu vermeiden. Die Schritte sind für fortgeschrittene Heimwerker und Werkstattpersonal gedacht. Arbeite die Liste nacheinander ab. Teste Änderungen an einem Probestück bevor du an der eigentlichen Arbeit schweißt.
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Arbeitsplatz und Sicherheit vorbereiten
Sorge für gute Belüftung oder arbeite mit einer Absaugung. Benutze Schutzkleidung, Handschuhe und eine geprüfte Schweißer-Atemschutzmaske bei Beschichtungen wie Zink oder Farbe. Stelle die Gasflasche sicher auf und vergewissere dich, dass alle Schläuche dicht sind. Prüfe die Umgebung auf Zugluft. Starker Luftzug kann den Schutzgasfilm stören.
Material gründlich reinigen
Entferne Öl, Fett und Schmutz mit geeignetem Entfetter oder Aceton. Schleife Farbe und Rost weg. Bei verzinkten Teilen entferne Zinkrings um die Naht oder plane lokale Vorwärmung und Absaugung ein. Feuchte Werkstücke nicht schweißen. Trockne sie vor dem Schweißen.
Draht auswählen und richtig lagern
Nutze einen sauberen, hochwertigen Massivdraht wie ER70S-6 für Baustahl. Achte auf unbeschädigte Spulen. Lagere Draht verschlossen und trocken. Feuchte oder oxidierte Drähte austauschen. Bei Flussmittel‑gefüllten Drähten die Herstellerangaben zum Trocknen beachten.
Schutzgas wählen und prüfen
Für unlegierten Baustahl sind Mischungen aus Argon und CO2 sinnvoll, zum Beispiel 82/18 oder 90/10. Reines CO2 ist möglich, erzeugt aber mehr Spritzer und kann Porosität begünstigen. Stelle den Gasdurchfluss auf etwa 10 bis 15 l/min ein. Prüfe die Strömung mit einem Durchflussmesser. Teste Verbindungen auf Undichtigkeiten mit Seifenlösung.
Maschine und Verschleißteile kontrollieren
Überprüfe Kontaktspitze, Gasdüse und Liner auf Verschleiß und Verstopfung. Ersetze abgenutzte Spitzen. Reinige die Gasdüse von Spritzern. Ein schlechter Kontakt oder Verstopfung kann Funkenflug und Poren verursachen.
Startwerte einstellen und anpassen
Beginn mit den Herstellerempfehlungen für Drahtdurchmesser und Materialstärke. Nutze die Maschinentabelle oder Prozentskalen. Als grobe Orientierung: zu hoher Drahtvorschub führt zu Blast-Charakter und Poren. Zu niedrige Vorschubgeschwindigkeit kann unruhige Zündung verursachen. Erhöhe Spannung, wenn die Naht zu schmal ist. Verringere, wenn sie spritzt.
Warnhinweise: Schweißen erzeugt giftige Dämpfe bei beschichteten Metallen. Verwende geeignete Absaugung und Atemschutz. Arbeite nicht in Umgebungen mit offener Flamme bei Lösungsmitteln. Bei Unsicherheit zu Verfahren oder Parametern erst an Prüfmuster üben.
Typische Fehler, die Porosität verursachen
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Fehler: Oberflächenverunreinigung (Öl, Farbe, Rost)
Wenn Öl, Fett, Farbe oder Rost auf der Nahtfläche sitzen, entweichen beim Erhitzen Gase. Diese Gase werden im Schweißbad eingeschlossen und bilden Poren. Das Problem ist sehr häufig und leicht zu übersehen.
Vermeidung: Reinige die Nahtzone vor jedem Schweißvorgang. Verwende Entfetter oder Aceton gegen Öl und Fett. Entferne Farbe und Rost mechanisch mit Drahtbürste oder Schleifpapier. Bei verzinkten Teilen die Zinkschicht rund um die Naht abschleifen oder großflächig entfernen.
Praxis-Tipp: Mach es zur Routine, die Stelle mit einer sauberen Lappenprobe zu prüfen. Wenn der Lappen schmutzig wird, reinige nach.
Fehler: Falsches oder kontaminiertes Schutzgas
Ein falsches Gasgemisch oder Verunreinigungen in der Leitung stören den Schutzfilm. Das Resultat ist schlechter Schutz vor Luft und damit Porosität.
Vermeidung: Nutze passende Gasgemische. Für Baustahl sind Argon+CO2-Mischungen sinnvoll, etwa 82/18 oder 90/10. Prüfe die Gasflasche und Leitungen auf Feuchtigkeit und Undichtigkeiten. Stelle den Gasfluss auf 10 bis 20 l/min ein, je nach Düsengröße und Umgebung.
Praxis-Tipp: Eine einfache Seifenlauge zeigt Lecks an. Wenn du häufig Poren hast, wechsle testweise das Gas oder eine andere Flasche.
Fehler: Fehlerhafte Schweißparameter
Zu hohe oder zu niedrige Spannung, falscher Drahtvorschub oder ungeeignete Geschwindigkeit können die Schmelzbaddynamik stören. Das erhöht die Neigung zu Lufteinschlüssen.
Vermeidung: Arbeite nach Herstellerangaben für Drahtdurchmesser und Materialstärke. Starte mit empfohlenen Werten und variiere schrittweise. Achte auf stabilen Lichtbogen und gleichmäßige Nahtform.
Praxis-Tipp: Teste Parameter auf Blechstücken und notiere sinnvolle Einstellungen. Kleine Anpassungen am Drahtvorschub wirken oft stärker als erwartet.
Fehler: Schlechter Draht oder verschlissene Verbrauchsmaterialien
Oxidierter oder feuchter Draht sowie abgenutzte Kontaktspitzen, Düse oder Liner führen zu Zündproblemen und Funkenflug. Auch das erhöht Porosität.
Vermeidung: Verwende sauberen Draht wie ER70S-6 und lagere ihn trocken. Wechsel Kontaktspitzen und Düsen regelmäßig. Prüfe den Liner auf Verstopfung.
Praxis-Tipp: Wenn der Draht ruckelt oder die Funkenbild unruhig ist, tausche zuerst die Kontaktspitze. Das ist oft die preiswerte und wirkungsvolle Lösung.
Fehler: Unzureichende Abschirmung durch Luftzug
Zugluft im Arbeitsbereich bläst den Schutzgasfilm weg. Besonders an Kanten und in offenen Hallen verliert die Naht ihren Schutz und poröse Stellen entstehen.
Vermeidung: Schirme die Arbeitsstelle ab. Arbeite windgeschützt oder nutze ein mobiles Windschutzschild. Erhöhe bei Bedarf den Gasfluss leicht, aber nicht übertrieben.
Praxis-Tipp: Teste bei jedem neuen Arbeitsplatz mit einem Probeschweiß. Sichtbare Gasverfrachtung oder unruhige Flammen deuten auf Zugluft hin.
Häufige Fragen zu Porosität beim MIG‑Schweißen
Woran erkenne ich Porosität?
Porosität erkennst du an kleinen Löchern oder Punktvertiefungen in der abgekühlten Naht. Die Oberfläche wirkt unruhig und kann beim Bürsten oder Schleifen sichtbar werden. Mechanisch zeigt sich Porosität oft durch geringere Festigkeit oder Risse bei Belastung.
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Welches Schutzgas ist besser gegen Poren?
Für unlegierten Baustahl sind Mischungen aus Argon+CO2 wie 82/18 oder 90/10 oft die beste Wahl. Reines CO2 erzeugt mehr Spritzer und kann Porosität fördern. Stelle außerdem den Gasdurchfluss auf etwa 10 bis 20 l/min und prüfe die Leitungen auf Lecks.
Kann zu schnelle Nahtgeschwindigkeit Poren verursachen?
Ja. Zu hohe Geschwindigkeit kann zu instabiler Schmelze und unvollständiger Deckung durch das Schutzgas führen. Zu langsames Schweißen kann ebenfalls Gase einschließen. Teste die Geschwindigkeit an Probestücken und passe sie an Draht und Materialdicke an.
Wie verhindere ich feuchten oder kontaminierten Draht?
Lagere Draht verschlossen und trocken. Nutze Spulenbehälter, Trockenmittel oder einen Drahtofen bei längeren Lagerzeiten. Tausche oxidierten oder ruckelnden Draht sofort gegen neue, saubere Spulen aus.
Was mache ich bei verzinkten oder lackierten Teilen?
Entferne Beschichtungen an der Nahtstelle mechanisch soweit möglich. Wenn das nicht geht, sorge für starke Absaugung und trage Atemschutz gegen Dämpfe. Vor dem Schweißen lokal vorwärmen und die Naht langsam und kontrolliert schweißen kann die Gasbildung reduzieren.
Do’s & Don’ts gegen Porosität
Diese Übersicht stellt bewährte Maßnahmen ihren typischen Fehlern gegenüber. Sie hilft dir, schnell gute Prioritäten bei der Ursachenbehebung zu setzen.
| Do |
Don’t |
| Oberfläche sorgfältig entfetten. Entfetter oder Aceton entfernt Öl und verhindert Gasbildung während des Schweißens. |
Nicht auf lackierten oder verzinkten Flächen ohne Vorbereitung schweißen. Beschichtungen verdampfen und führen zu Poren. |
| Draht trocken lagern und bei Bedarf austauschen. Trocken gelagerter Draht vermeidet Feuchtigkeitsaufnahme und Dampfbildung im Schweißbad. |
Nicht feuchten oder oxidierten Draht verwenden. Das erzeugt unruhigen Lichtbogen und Poren. |
| Passendes Schutzgas und Fluss einstellen. Argon+CO2 (z. B. 82/18) liefert meist stabilen Schutz bei Baustahl. |
Nicht verunreinigtes Gas oder falsche Mischung einsetzen. Kontaminationen und falsche Gase fördern Porosität. |
| Verschleißteile regelmäßig prüfen und wechseln. Saubere Kontaktspitze und Düse sichern gleichmäßigen Drahtstrom und Gasfluss. |
Nicht abgenutzte Spitzen und verstopfte Düsen weiterverwenden. Das führt zu Funkenflug und instabilem Schweißverhalten. |
| Parameter an Probestücken einstellen. Teste Spannung, Strom und Drahtvorschub bevor du das Bauteil bearbeitest. |
Nicht ohne Probeläufe nach Gefühl arbeiten. Ungeeignete Einstellungen erhöhen Porenrisiko. |
| Arbeitsplatz windgeschützt halten. Eine Abschirmung bewahrt den Schutzgasfilm an der Naht. |
Nicht in starkem Zug oder offenem Wind schweißen. Luftzug bläst das Schutzgas weg und verursacht Porosität. |
Sicherheits- und Warnhinweise
Gefahr durch Dämpfe und Partikel
Warnung: Beim Schweißen entstehen gesundheitsgefährdende Dämpfe und Partikel. Verzinktes Material setzt Zinkdämpfe frei, die zu Metallfieber und ernsthaften Atemwegsproblemen führen können. Sorge für wirksame Absaugung direkt an der Schweißstelle oder für gute Raumventilation. Trage bei Bedarf einen geeigneten Atemschutz, zum Beispiel einen partikelfiltrierenden Atemschutz (FFP3) oder besser eine luftversorgende Maske bei hoher Belastung.
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Gefahr durch Schutzgase
Schutzgase wie Argon und CO2 verdrängen Luft in engen Räumen. Das kann zur Erstickungsgefahr führen. Arbeite nicht in engen, nicht belüfteten Räumen ohne Dauerventilation oder Frischluftzufuhr. Stelle Gasflaschen sicher auf, befestige sie und schließe Ventile nach Gebrauch.
UV‑Strahlung, Funkenflug und Brandrisiko
Warnung: Der Lichtbogen erzeugt starke UV‑Strahlung. Diese schädigt Augen und Haut. Trage einen geprüften Schweißhelm mit passendem Verdunkelungsgrad sowie blickdichte Handschuhe und Schutzkleidung aus Leder oder flammhemmendem Material. Entferne brennbare Stoffe aus dem Arbeitsbereich. Halte einen Feuerlöscher bereit und achte auf Funkenflug in Hohlräume und auf darunter liegende Arbeitsflächen.
Elektrische Gefahren und Verbrennungen
Prüfe Kabel, Masseanschluss und Gerät vor Arbeitsbeginn. Schalte die Stromquelle aus bevor du Wartungsarbeiten machst. Heißes Material kann Verbrennungen verursachen. Lasse Werkstücke abkühlen oder benutze geeignete Zangen und Handschuhe.
Praktische Hinweise im Notfall
Bei starker Rauchentwicklung oder Atembeschwerden sofort den Arbeitsbereich verlassen. Rufe Notfallhilfe wenn nötig. Bei Brand kleine Feuer nur mit geeignetem Feuerlöscher bekämpfen und sicheres Evakuieren bevorzugen.
Beachte diese Punkte konsequent. So reduzierst du Gesundheitsrisiken und Brandschäden deutlich.