Porosität in Schweißnähten ist ein häufiges Problem. Du triffst darauf bei Reparaturschweißungen im Freien. Du siehst es bei verschmutzten oder öligen Werkstücken. Du findest es auch, wenn die Schutzgas-Einstellung falsch ist. Manchmal entsteht Porosität durch feuchte Elektroden oder durch lackierte Oberflächen. Die Blasen sind klein. Sie sind aber ein sichtbares Zeichen für eingelassene Gase.
Das Thema ist relevant, weil Porosität die Festigkeit und die Dichtigkeit einer Naht schwächt. Bei druckführenden Teilen kann das zu Undichtigkeiten führen. Bei tragenden Verbindungen reduziert es die Dauerfestigkeit. In sicherheitskritischen Anwendungen führen poröse Nähte zu Nacharbeit, Prüfkosten und im schlimmsten Fall zu Ausfällen.
Unbehandelte Porosität kann Risse begünstigen. Sie kann zu erhöhtem Verschleiß führen. Bauteile müssen öfter ersetzt werden. Prüfungen wie Dichtheits- und Röntgentests schlagen eher fehl. All das verursacht Aufwand und Kosten.
In diesem Artikel bekommst du praktische Hilfe. Ich erkläre die häufigsten Ursachen. Du erfährst, wie du Werkstücke richtig vorbereitest. Du lernst, welche Schweißparameter und welches Schutzgas helfen. Es gibt konkrete Prüf- und Fehlerbehebungs-Schritte. Am Ende kannst du Porosität gezielt vermeiden oder minimieren. Die Hinweise sind für erfahrene Heimwerker und für ausgebildete Schweißer nützlich.
Technische Grundlagen und Ursachen von Porosität
Porosität entsteht, wenn Gasblasen in der Schweißnaht eingeschlossen werden, bevor das Metall vollständig erstarrt ist. Die Blasen bleiben im Gefüge zurück. Das Ergebnis sind kleine Hohlräume in der Naht. Diese Hohlräume schwächen mechanische Eigenschaften und können Dichtigkeit verhindern.
Was löst die Gasbildung aus?
Gase können aus mehreren Quellen stammen. Feuchtigkeit in der Umgebung oder in Zusatzwerkstoffen zerfällt beim Schweißen zu Wasserstoff. Ölrückstände und Lacke zersetzen sich thermisch. Auch organische Verschmutzungen auf der Oberfläche erzeugen Gase. Aus Legierungen kann sich Gas lösen, das beim Abkühlen nicht mehr gelöst bleibt. Und fehlerhaftes Schutzgas lässt Luftbestandteile wie Stickstoff und Sauerstoff eindringen.
Feuchtigkeit, Öl und Beschichtungen
Elektroden und Schweißdraht nehmen Feuchtigkeit auf. Wenn du feuchte Elektroden benutzt, entsteht beim Schweißen Wasserstoff. Der Wasserstoff bildet dann Poren. Öl oder Fett auf dem Werkstück verbrennen. Dabei entstehen Gase, die eingefangen werden. Lack und Farbe lösen sich auf und erzeugen ebenfalls Gase. Eine saubere, trockene Oberfläche reduziert diese Quellen deutlich.
Schutzgasfehler und Umgebungseinflüsse
Beim MIG/MAG und beim WIG schützt das Schutzgas die Schweißzone vor Luft. Wenn die Gasdüse verstopft ist, der Gasfluss zu niedrig ist oder es Zugluft gibt, dringt Luft ein. Dann reagieren Sauerstoff und Stickstoff mit der Schmelze. Das führt zu Porenbildung. Auch eine falsche Gaszusammensetzung kann Probleme machen. Bei MAG ist CO2 reaktiver als Argon. Falsches Mischverhältnis kann Spritzer und Porosität fördern.
Schweißparameter und Technik
Stromstärke, Spannung, Drahtvorschub und Schweißgeschwindigkeit beeinflussen die Schweißbadstabilität. Zu hoher Wärmeeintrag kann Turbulenzen verursachen. Das Wirbelt Gase in die Schmelze. Zu geringe Wärme führt zu unvollständiger Durchmischung und kann eingeschlossene Gase nicht entweichen lassen. Auch falscher Abstand von Düse zu Werkstück sorgt für schlechten Gasübergang.
Material und Legierungen
Einige Metalle lösen Gase besser als andere. Aluminium ist dafür bekannt, bei der Schweißung Wasserstoff aufzunehmen. Beim Erstarren entweicht der Wasserstoff nicht und bildet Poren. Bestimmte Legierungsbestandteile wie Schwefel oder Phosphor können ebenfalls die Bildung von Gasporen begünstigen. Auch Unterschiede zwischen Grundmaterial und Füllmetal führen zu Problemen.
Unterschiede zwischen Schweißverfahren
Bei MIG/MAG ist die Schutzgasführung und Drahtzufuhr kritisch. Bei WIG ist die Schutzgasfähigkeit oft besser. Trotzdem hilft schon eine kleine Verunreinigung, Poren zu erzeugen. Beim Lichtbogenschweißen mit umhüllten Elektroden können feuchte oder falsch gelagerte Elektroden Wasserstoff einbringen. Jedes Verfahren hat typische Fehlerquellen. Gute Vorbereitung und passende Parameter reduzieren das Risiko.
In den folgenden Abschnitten zeige ich dir konkrete Prüf- und Reinigungsmaßnahmen. Du bekommst Hinweise zu Lagerung von Verbrauchsmaterialien und zur optimalen Einstellung von Gas und Strom. So vermeidest du Porosität wirkungsvoll.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Vermeidung von Porosität
- Werkstück vorbereiten
Reinige die Schweißstelle gründlich. Entferne Farbe, Rost, Zunder, Öl und Fett. Benutze Drahtbürste, Schleifpapier oder chemischen Entfetter. Bei dicken Beschichtungen entferne Material bis auf blankes Metall. Achte auf saubere Fugen und gleichmäßige Passung. Unebenheiten können Gasräume bilden.
